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Sportgala 2010
Sie ist zu einer flotten Show geworden, die Sportgala der Bayerischen Sportjugend im Landkreis Kitzingen. Nach der letzten Auflage im Jahr 2010 bot die letzte Gala im November 2010 in der Wiesentheider Steigerwaldhalle ein buntes, abwechslungsreiches und kurzweiliges Programm, bei dem außerdem zwei Preise für besondere Leistungen im Sport auf Landkreisebene vergeben wurden. Zudem gab es Informationen aus erster Hand, etwa über das derzeitige sportliche Aushängeschild Unterfrankens, die heutigen Bundesliga-Basketballer (damals zweite Liga.)

Daneben erzählte Fußballer Sebastian Kneissl, mittlerweile bei einem sportlichen Sorgenkind, dem FC Schweinfurt 05, gelandet, von seinem einst rasanten Aufstieg, der ihn als Jugendlichen bis zu Chelsea London führte. Rund 400 Zuschauer, unter ihnen auch reichlich lokale Politprominenz, durften sich zusätzlich über manch unbekannte, ja exotisch anmutende Sportart informieren. Oder diese sogar ausprobieren.

Etwas Respekt schien Landrätin Tamara Bischof zu haben vor dem Rhönrad, in das sie die Moderatoren Nicole Then und Matthias Bielek zu einer Fahrt baten. Doch trotz ihrer hohen Absätze meisterte sie die sportliche Mutprobe. „Sehr ungewohnt, mein Blutdruck ging schon etwas nach oben“, schilderte Bischof später ihr Befinden im Gymnastik-Sportgerät. Locker-flockig, wie beinahe die gesamte Sendung über, kommentierten die Moderatoren den Überschlag. „Die Frisur sitzt“, sagte Moderatorin Nicole Then, als die Runde im hölzernen Rad hinter der Landrätin lag.
Wiesentheids Bürgermeister Werner Knaier hatte es nicht eben einfacher. Der leidenschaftliche Tänzer durfte sich im Rollstuhl-Basketball ausprobieren, wo er feststellen musste, dass diese Sportart wesentlich schwieriger ist, als sie aussieht. Bei einigen Versuchen mit Anfahren und Wurf vom Rollstuhl aus auf den hoch hängenden Korb wollte Knaier einfach kein Treffer gelingen. Die Rollstuhl-Basketballer von den Ballbusters aus Würzburg zeigten später eindrucksvoll, wie es geht.

Mit dem exotischen Capoeira, einer brasilianischen Mischung aus Tanz, Gymnastik und Kampfkunst, startete die Veranstaltung, deren Ziel es ist, den Sport mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu rücken. Später nahmen neben dem Manager der Würzburger Basketballer, Jochen Bähr, auch die Spieler Danny Cioffi und Maximilian Kleber auf dem Sofa Platz und erzählten über Aussichten und Hoffnungen ihres Klubs.Maximilian Kleber (s.Oliver Baskets)

Cioffi und Kleber hielten die erste Laudatio auf die Preisträger in der Kategorie „Mannschaft des Jahres.“ Sympathisch war dabei, dass es nicht um den Erfolg ging, denn die Preisträger, die U13-Fußballer der SG Seinsheim/Nenzenheim, feierten im letzten Jahr keinen einzigen sportlichen Sieg. Gewinnen könne jeder, aber sich trotzdem nicht unterkriegen zu lassen, das sei eine Leistung, hieß es in der Lobrede. Als VIP-Gäste dürfen die jungen Fußballer nun zu einem Zweitliga-Spiel der Würzburger Basketballer, was die Jungs sichtlich strahlen ließ.

Der Jugend-Innovationspreis ging diesmal an den Dettelbacher Stefan Ebel. Vor 17 Jahren begann der 35-Jährige beim SC Dettelbach in der Jugendabteilung, trainierte einige Mannschaften und initiierte mit den Dettelbacher Hallenturniertagen eine Mammut-Veranstaltung im Hallenfußball. Nationale Größen wie Bayern München, Werder Bremen, oder Borussia Dortmund gehörten bereits zu den Gästen in Dettelbach. Dazu war Ebel maßgeblich am Zusammenschluss „Dettelbach und Ortsteile“ beteiligt, bei dem die Fußballabteilungen einiger Ortsteile mit dem SC gemeinsame Sache machen.

Seit einem Jahr ist Ebel Vorsitzender des Vereins, wo er zuletzt auch die Abteilung Frauenfußball einführte. Als „Querdenker, Visionär“ bezeichnete ihn die Lobesrede, die Sebastian Kneissl hielt. Zum Geschenk, Eintrittskarten für ein Spiel von Chelsea London, packte der Sponsor der Gala, die VR-Bank, noch einen drauf und spendierte auch den Flug nach London. Zusammen mit der Sparkasse Mainfranken fördert sie die Gala finanziell.

Im sportlichen Teil durfte die Abteilung Rhönrad der Turngemeinde Kitzingen zeigen, dass das hölzerne Sportgerät immer noch zeitgemäß sein kann. Eine Version von Badminton im Dunkeln wurde beim „Nightminton“ vorgeführt. Die Jugend-Schautanzgruppe der Narrengilde aus Laub begeisterte zum Abschluss. Zum musikalischen Teil der rund zweistündigen Veranstaltung trug wieder Rocksängerin Steffi List bei.

ARTIKEL: Main-Post, 14.11.2010


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