Ein dickes Fell im Hochsommer benötigt
Jung-Schiris ausgezeichnet – Jugendmanagerin Karin Müller – Ehrenpreis für Volker Laudenbach
Von Hartmut Heß (Kitzinger Zeitung)
Innovatioinspreis "Mannschaft des Jahres 2008"
"Sie benötigen selbst im Hochsommer ein dickesFell“, meinte Langschwimmer-Rekordweltmeister Thomas Lurz am Freitag bei der Jugendsportgala der Bayerischen Sportjugend (bsj) über eine besondere Spezies im Sport. „Sie machen einen Job, den Millionen glauben besser zu können, aber nicht machen wollen“, sagte der Schwimmstar in der Iphöfer Karl-Knauf-Halle als Laudator des Innovationspreises für die Mannschaft des Jahres. Er zielte mit seinen Bemerkungen auf die Gruppe der Fußballschiedsrichter der Schiedsrichtergruppe
Kitzingen ab, die den Preis von der Jury zuerkannt bekam. 
Die Auszeichnung wurde versüßt mit einer spendierten Ausflugsfahrt ins Technikmuseum Sinsheim, die Glückwünsche und Sponsoren-Gutscheine überreichten Chefredakteurin
Daniela Röllinger vom Verlag DIE KITZINGER+Report und Roland Köppel, Vorstand der VR Bank Kitzingen. Wie Thomas Lurz darlegte, seien die Ausgezeichneten
in einer Mannschaftssportart aktiv und müssten sich doch alleine durchkämpfen, „was weiß Gott kein Zuckerschlecken ist“.
Nur wenige möchten Woche für Woche der Buhmann sein und müssten sich noch vorwerfen lassen, sie hätten das Spiel entschieden – nachdem 22 Spieler in 90 Minuten aus teilweise fünf Metern Torentfernung das Tor nicht getroffen hätten. Jeder Fußballplatz würde ohne Schiris im Chaos versinken und die Vernunft mancher Spieler bleibe oft vor dem Spiel mit der Krawatte in der Kabine hängen. Oft müssten Referees pädagogische Meisterleistungen vollbringen, wofür ihnen großer Respekt gebühre. Deswegen seien die Jung-Schiris der Gruppe Kitzingen von Patrick Mrgulla (stellvertretender Obmann) würdige Preisträger.
Innovationspreis "Jugendmanagerin des Jahres 2008"
Zur Jugendmanagerin wurde die völlig verdutzte Karin Müller vom FC Feuerbach gekürt, die der Maßgabe des organisatorischen und besonderen sozialen Engagements vollständig entspricht. Sie gilt als die „Korbball-Mutter“ im Wiesentheider Ortsteil. Sie hat vor 30 Jahren ein Team ins Leben gerufen, spielte zeitgleich Taxifahrerin, Wäscherin und Trainerin und studierte mit ihren Mädels noch Weihnachtsstücke ein. „Sie war die Mutter Theresa des Vereins“, meinte Petra Reißmann in ihrer Laudatio auf Müller, die sich nie vor Gesprächen mit pubertierenden Mädels gescheut habe. Karl-Heinz Zirndt und Bernd Hönnel vom Mercedes-Autohaus Iglhaut gratulierten Karin Müller und drückten die Wertschätzung ihr gegenüber mit einem Gutschein für ein Hotel-Wochenende aus.

Ehrenpreis der bayerischen Sportjugend
Neben den zwei Auszeichnungen vergab die Jury spontan noch einen Ehrenpreis an Volker Laudenbach vom SV/DJK Schwarzenau. Er hatte einst selbst Fußball gespielt, habe später jede Minute mit seinen Söhnen am Fußballplatz verbracht und sei immer da gewesen, wenn jemand gebraucht wurde. Der Tausendsassa sei dann von einer schweren Krankheit jäh gebremst worden. Ein Leben ohne den Fußball habe sich der Schwarzenauer aber weder vorstellen können noch wollen. Deshalb übernahm Laudenbach seiner Krankheit zum Trotz vor drei Jahren erneut eine Jugendmannschaft und betreut sie heute noch. Matze Bielek verlieh Laudenbach den Ehrenpreis, einen Gutschein für eine Wellness-Wochenende und obendrein zwei Karten für ein Heimspiel des FC Bayern München in der Allianz-Arena, gesponsert von Radio Gong.